Ausgabe 1/2018

AUSZUG AUS DEM INHALT:

KLEINE GÄRTEN:
GARTENDESIGN AUF ENGEM RAUM

TITELTHEMA
OPEN AIR AUF WENIG RAUM: KLEINE GÄRTEN IM URBANEN UMFELD
Vor allem in den Städten sind Gärten in den vergangenen Jahrzehnten immer kleiner geworden. Oft steht für das grüne Projekt nurmehr eine handtuchgroße Fläche zur Verfügung; und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Da andererseits jedweder Raum im Freien ein kostbares Gut ist, werden selbst die winzigsten Grundstücke gern als Außenzimmer genutzt. Eine gut  durchdachte Flächenplanung ist dabei die Voraussetzung, damit aus dem Minigarten ein harmonisches Ganzes wird, das die geringen Ausmaße vergessen macht.

GARTENPFLANZEN
DEKORATIVE GEHÖLZE FÜR KLEINE GÄRTEN
Bäume und Sträucher für kleine Gärten gibt es wirklich. Auch solche, die tatsächlich nicht größer werden als auf dem Etikett angegeben. Da Hausgärten heute durchschnittlich immer kleiner werden, reagiert der grüne Markt darauf mit einer Vielzahl jährlicher Neuerungen. Doch was ist gut und was entbehrlich? Im derzeit riesigen Gehölzsortiment findet sich kaum noch jemand zurecht – und pflanzt so letztendlich doch immer nur das Gleiche. Daher habe ich eine Auswahl kleinbleibender Gartengehölze zusammengetragen, mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

PORTRÄT
CHRIS GHYSELEN – MEISTER DER KNÖTERICHE
Nichts zeigt deutlicher die Philosophie eines Gartendesigners als sein eigenes Grundstück. Wer Chris Ghyselen in seinem Haus im reichen Nordwesten von Belgien besucht, bekommt ein vielschichtiges Kleinod zu sehen. Mehrere klar gegliederte Bereiche zeigen seine gestalterische Bandbreite. Sein Pflanzenwissen wird in einer großen Staudenvielfalt mit üppigen bunten  Rabatten sichtbar. Und seine kleine Gärtnerei steht für die Leidenschaft, sich selbst die Finger schmutzig zu machen.

ON TOUR
LE JARDIN EXOTIQUE – DER EXOTISCHE GARTEN VON ÈZE
Dieser Blick ist einfach hinreißend. Er gilt als einer der spektakulärsten der französischen Riviera. Über bizarre Kakteengestalten hinweg gleitet er den Steilhang hinab zum Meer und reicht von Menton an der Grenze zu Italien bis zum entfernten Saint-Tropez. Eine exotische Pflanzenwelt thront auf der Bergspitze des mittelalterlichen Èze wie ein stachliges Adlernest, aus dem meterhohe Euphorbien zum Himmel ragen.

RATGEBER
BAUMSCHEIBEN: GESTALTUNGSINSELN UNTER BÄUMEN
Sie sind allgegenwärtig in der Garten- und Landschaftsgestaltung und stehen dennoch sehr prominent im Fokus: Baumscheiben, gebaute Pflaster- oder grüne Pflanzinseln unter Bäumen. Welcher Rahmen passt am besten, welche Form spricht am meisten an, und welches Material ist das geeignetste? Bleibt noch die Frage der Oberflächengestaltung, deren Möglichkeiten sich durch innovative Ideen jährlich vervielfältigen.

BOUTIQUE
Ideen für drinnen und draußen 

STADTGARTEN
Kleiner Garten – große Freiheit 

KOMMENTAR
Bauch, Beine, Po

GARTENREPORTAGE
Wild Things in Texas

KURIOSES
Der kleinste Park der Welt

KALEIDOSKOP
Blattgeflüster – Wie Pflanzen miteinander kommunizieren

LOUNGE
Tipps und Termine für das Jahr 2018 

SERVICE
Bücher rund um Gärten

GARTENKOLUMNE
Mitten im Graugrünen

EDITORIAL

In der Natur zu sein oder sich durch Gärtnern mit ihr zu verbinden, ist ein elementares Bedürfnis des Menschen. Sollte es in unseren Städten langfristig nicht genug Grünflächen geben, wird der Trend zur Urbanisierung, der bereits als „globaler Megatrend“ ausgerufen wurde, keine Zukunft haben. Stadtplaner haben das längst erkannt und entwickeln neue Konzepte zur Stadtbegrünung. Vertikale Gärten, Urban Gardening oder Biodiversität sind nur einige Stichworte, die zeigen, wohin die Reise im öffentlichen Raum gehen wird.

Auch im privaten Umfeld werden grüne Freizeitoasen immer wichtiger. Architekten berücksichtigen beim Entwurf von Stadtwohnungen zunehmend, dass Menschen sich nach einem (eigenen) Stück Grün sehnen – und sei es auch noch so klein. Und Mieter oder Eigentümer von Altbauwohnungen schaffen sich auf Dachterrassen und in sanierten Innenhöfen individuelle grüne Refugien. Im Unterschied zum Raum sind dabei der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Vielmehr ist es oft gerade die Beschränkung auf wenige Quadratmeter, die die Kreativität befeuert. In unserer aktuellen Ausgabe finden Sie dafür einige besonders schöne Beispiele. Sie zeigen aber auch: Wer einen kleinen Garten gestalten will, braucht neben Fantasie und Ideenreichtum den Mut, Entscheidungen zu treffen und Grenzen zu setzen. Weniger ist gerade im kleinen Garten unbedingt mehr: ein klares Farbkonzept, Konzentration auf wenige Pflanzen, Verzicht auf alles Überladene. Und was ist mit den aktuell so gefragten Dschungelgärten? Findet man hier nicht grünes Blattwerk dicht an dicht, entsteht nicht erst so die authentische Tropen-Atmosphäre? Zweifellos – doch werden Sie in die „grüne Hölle“ aus exotischen Palmen und Farnen keine englischen Rosen pflanzen. Auch hier geht es um Begrenzung, wenn das üppige Gesamtbild stimmen soll.

Falls Sie es langweilig finden, sich auf eine Gestaltungslinie zu beschränken und auf manche gute Idee verzichten zu müssen, um eine andere umso besser zur Geltung zu bringen, so gönnen Sie sich beim Durchblättern dieses Heftes ein wenig Abwechslung: sei es in einem texanischen Garten mit Südstaaten-Flair, im Knöterich-Paradies des belgischen Gartenarchitekten Chris Ghyselen oder im Kakteengarten von Èze in Südfrankreich. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Entdecken der Möglichkeiten!