Ausgabe 5/2018

AUSZUG AUS DEM INHALT:

HANGGÄRTEN:
ÜBER HÖHEN UND TIEFEN

TITELTHEMA
HANGGÄRTEN: Gartengestaltung in steiler Lage
Der ideale Garten ist eben? Weit gefehlt. In vielen Regionen ist das Gelände bergig, Grundstücke fallen zum Haus hin ab oder steigen auf. Das wird oft als Problem wahrgenommen, in Wirklichkeit bietet so ein Stück Land aber Chancen. Ein Hang ist immer eine Herausforderung – je steiler er ist, desto aufwendiger seine Gestaltung. Aber die Mühe lohnt: Mit Terrassen, Treppen und gut ausgewählten Pflanzen kann ein Garten entstehen, der sich nicht mit einem ebenen vergleichen lässt. Er liest sich wie ein offenes Buch. Möglich, dass er ein Mikroklima bietet, das eine ungewöhnliche Bepflanzung erlaubt. Vor allem aber hat er eine Aussicht. Oder sogar mehrere, die von verschiedenen Sitzplätzen aus erschlossen werden. Denn ein Hang ermöglicht immer wieder neue Blicke auf den Garten und die Umgebung.

RATGEBER
KONSEQUENT BIO: Natürliche Gartenbewässerung mit Regenwasser
Bio-Lebensmittel und regionale Produkte liegen im Trend. Wer einen eigenen Garten hat, kann diesem Trend mit selbst erzeugtem Obst und Gemüse folgen. Natürliches, unbehandeltes Wasser zum Gießen liefert der Himmel gratis. Und mittlerweile gibt es zahlreiche stylische Alternativen zur guten alten Regentonne, die auch mit modernem Gartendesign bestens harmonieren.

GARTENREPORTAGE
OLD RECTORY QUINTON
Ein Schwimmteich in einem ehemaligen Pfarrhausgarten? Es gehört eine Portion Mut dazu, dem Areal rund um ein aufgegebenes Gebäudeensemble aus dem 17. Jahrhundert neues Leben einzuhauchen. Nicht so für die neuen Eigentümer und ihre Gartendesignerin: Für sie ist dieser Garten längst nicht mehr spiritueller Ort mit brav angelegten Beeten, sondern Gestaltungsraum für exzellente Gartenarchitektur. Das bedeutet Leichtigkeit und ein reizvolles Spiel spannender Gartenräume auf verschiedenen Ebenen. Heaven on earth!

HOTELS & GÄRTEN
CASTELL SON CLARET: MEDITERRANER GARTENTRAUM AUF MALLORCA
Abseits der Touristenströme, westlich von Palma in der hügeligen Umgebung des kleinen Dorfes Es Capdellá, liegt das 132 Hektar große Anwesen des Hamburger Logistik-Unternehmers Klaus-Michael Kühne: Castell Son Claret. Einst herrschaftlicher Landsitz des Namensgebers Don Gabriel Claret, wurde das aus dem 18.  Jahrhundert stammende Castell von Kühne und seiner Frau Christine liebevoll und originalgetreu restauriert.

PORTRÄT
ELEGANZ UND INNOVATION: DIE BELGISCHE DESIGNER-DYNASTIE WIRTZ
Dieses Trio revolutioniert die Gartenszene seit fast 70 Jahren. Der Belgier Jacques Wirtz und seine Söhne Martin und Peter haben neue Maßstäbe in der Gestaltung von Landschaft gesetzt. Stets mit großer Geste, wenigen Materialien, dafür aber bravourös und eigenwillig elegant inszeniert. Weltweit sind ihre Kreationen gefragt. Das geniale grüne Werk des im Juli verstorbenen Vaters setzen seine Söhne kongenial fort. Ein Besuch vor Ort in Antwerpen.

BOUTIQUE
Ideen für Terrasse und Garten

GESTALTUNGSELEMENTE
Berge versetzen am Hang

INTERVIEW
Gespräch mit Florian Wohlfahrt, Inhaber von Gartengestaltung Wohlfahrt

KOMMENTAR
Stein auf Stein, Stein auf Stein …

KALEIDOSKOP
Der Stammbaum der Düfte: Duftfamilien – Teil 3: Holzige Düfte

GARTENPFLANZEN
Gartengestaltung mit insektenfreundlichen Blüten

LOUNGE
Garten mit Schwimmteich im Bergischen Land
Die Kunst im Garten – Der Garten in der Kunst 

SERVICE
Bücher rund um Garten, Kunst und Design

GARTENKOLUMNE
Mit Jutta in die Berge

EDITORIAL

Ist ein Hanggarten Fluch oder Segen? Diese Frage stellt nicht nur Herbert Frei-Schindler in seinem Buch „Der Hanggarten eines passionierten Pflanzensammlers“, das wir Ihnen in unseren Buchtipps auf Seite 110 vorstellen. Wie kaum anders zu erwarten, neigt sich die Waage für den Autor deutlich in Richtung Segen – und das selbstverständlich nicht nur, weil man sich bei der Gartenarbeit weniger bücken muss … Doch der leidenschaftliche Hanggärtner ist kein Traumtänzer. Wenn man liest, wie er zusammen mit seiner Frau in Zürich einen terrassierten Stadtgarten in bemerkenswerter Steillage angelegt hat, wird einem schnell klar, dass ein Hanggarten zunächst einmal eine große Herausforderung ist. Wer sich ihr stellt, wird allerdings auch mit einem Garten belohnt, den es so kein zweites Mal gibt.

Darum widmen wir dem Hanggarten eine eigene Ausgabe. Wir möchten Ihnen zeigen, welche Möglichkeiten ein Grundstück in steiler Lage bietet und wie Sie die Schwierigkeiten, die auftauchen können, in den Griff bekommen. Die Absicherung des Geländes ist das A und O; ohne sie brauchen Sie mit der Bepflanzung gar nicht erst zu beginnen.

Wie eine wahrhaft meisterliche Terrassierung aussehen kann, erfahren Sie am Beispiel des Privatgartens von „Rock Garden Maestro“ Peter Berg.

Falls auch Sie mit dem Gedanken spielen, in Ihrem Garten Natursteinterrassierungen und -mauern oder schöne Solitäre einzusetzen, können Sie in unserer Rubrik „Gestaltungselemente“ noch tiefer in die Materie eindringen und lesen, wo und wie Granit, Basalt, Schiefer und Co. abgebaut und transportiert werden.

„Das dauernde Gerede über Steine geht mir auf die Nerven“, schrieb Herder angesichts Goethes Begeisterung für Felsen und Mineralien, mit der er die Geologie zu einem salonfähigen Modethema im klassischen Weimar gemacht hatte. Damit es Ihnen beim Blättern in diesem Heft nicht ähnlich geht, stellen wir Ihnen Gärten des belgischen Designer-Trios Wirtz auf der ganzen Welt vor. Steine spielen in ihren meist großzügig-weiten, nie steilen, bestenfalls sanft gewellten Anlagen keine tragende Rolle. Im Juli hat unsere Autorin Christa Hasselhorst in Antwerpen die Wirtz-Brüder Martin und Peter getroffen, deren Vater Jacques nur wenige Tage vor diesem Treffen verstorben war; eine zufällige Koinzidenz, natürlich, schon ein halbes Jahr vorher hatten wir den Termin vereinbart. Für uns ist der Tod von Jacques Wirtz Anlass, uns in der Rubrik „Porträt“ vor dem Werk dieses ganz Großen unter den Gartenkünstlern zu verneigen.