Ausgabe 5/2020

AUSZUG AUS DEM INHALT:

Gräsergärten – Das Gefühl von Freiheit und Weite

TITELTHEMA
Gräsergärten – Das Gefühl von Freiheit und Weite
Für Karl Foerster waren Gräser „das Haar der Mutter Erde“. Der wortgewaltige Staudenzüchter aus Potsdam-Bornim gehörte zu den Ersten, die das Potenzial von Gräsern für unsere Gärten erkannten und mit ihnen gestalteten. Das ist inzwischen fast hundert Jahre her. Heute sind Gräser in unseren Gärten eine Selbstverständlichkeit. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Erst lange nach Foersters Tod gelangten Gräser auf Umwegen über die Vereinigten Staaten und Holland in unsere Beete. Sie vermitteln, was selten geworden ist in unserer Zeit: Weite, Freiheit und Natürlichkeit.

BOUTIQUE
Ideen für Drinnen und Draußen

GARTENREPORTAGE
Wie gemalt – Der Garten als Kunstwerk
Alles in diesem Garten wirkt ästhetisch, gut durchdacht und manchmal sogar vertraut. Es scheint unvorstellbar, dass hier auf der
Schwäbischen Alb mit ihren starken Höhenunterschieden bis vor Kurzem typische Obstwiesen bestanden. Dann kam Roland Doschka, Romanistik-Professor und Kunstkurator, und führte das Anwesen einer neuen, besseren Nutzung zu. Sein Ansatz: die Stile einer ganzen Künstlerepoche in die Natur zu übersetzen. Das Ergebnis: Überraschungen auf Schritt und Tritt!

RATGEBER
Schlafen wie ein Murmeltier – Ruhezonen und Schlafplätze für überwinternde Tiere im Garten
Sobald die Tage im Herbst kürzer werden und die Nächte wieder empfindlich kühl sind, fahren viele Tiere ihre Aktivitäten herunter. Nicht nur im Wald, sondern auch in Parkanlagen und Privatgärten suchen jetzt Amphibien, Reptilien, Insekten und Säugetiere nach Unterschlupfmöglichkeiten für den bevorstehenden Winter. Jeder Gartenbesitzer kann mit einfachen Mitteln wertvolle Winterquartiere für verschiedene Tierarten schaffen.

KALEIDOSKOP
Vitis Vinifera – Vielseitige Kulturpflanze
Die Weinrebe (Vitis vinifera) ist mit einer weit zurückreichenden Kulturgeschichte verbunden. Seit Jahrtausenden wird Wein angebaut, und seit genauso langer Zeit lieben die Menschen die Trauben, den Saft und den Wein. Sie schätzen den Schatten unter dem Blätterdach der Weinstöcke ebenso wie den Schmuck ihrer grünen Ranken.

HOTELS & GÄRTEN
Cas Gasi – Traum für Individualisten auf Ibiza
Den letzten Kilometer legt man auf einem staubigen Feldweg zurück. Dann öffnet sich langsam ein großes Tor. Ein Laubengang mit Brunnen und Rosenrabatten säumt die lange Zufahrt zum Haupthaus. Versteckt auf einer Anhöhe mitten im Herzen Ibizas, nahe dem charmanten Ort Santa Gertrudis, liegt Cas Gasi: ein wahres Öko-Paradies, ein kleines, charmantes Agroturismo-Hotel.

BÜCHER RUND UM GARTEN UND GENUSS

GARTENKOLUMNE
Alles nur für den Hund!
Ein Garten ist ein Segen für den Hund. Aber ist der Hund auch ein Segen für den Garten? Immer häufiger stellt sich der Kolumnist diese Frage und zwingt sich während der Suche nach Antworten zur Gelassenheit.

EDITORIAL

Denkt man an Gräser, so stellt man sich meist kein einzelnes Gras vor, sondern ein großes Gräserbeet, ein Feld, einen Gräsergarten. Und so sicht- und greifbar ihre Schönheit auch ist, Gräser beziehen ihre Faszination nicht nur aus sich selbst, sondern vor allem aus dem Gesamtbild, das mit ihnen geschaffen werden kann, den räumlichen Strukturen, die durch sie in Verbindung mit Stauden und Gehölzen entstehen. Ihre Bewegung fesselt uns, der Wind, der sie durchstreift und sie aus der Ferne wie Wellen erscheinen lässt. Truman Capote hat das in seinem Roman „Die Grasharfe“ wundervoll beschrieben: „Unterhalb des Hügels ist ein Feld von hohem Präriegras, dessen Farbe mit den Jahreszeiten wechselt. Sie müssen einmal im Herbst, im späten September hinausgehen, wenn es sich rötet wie die untergehende Sonne, wenn Scharlachschatten wie ein Glutschein darüberhuschen und die Herbstwinde seufzend aus seinen dürren Halmen Menschentöne locken – eine Harfe aus Stimmen.“

Auch unsere Titelautorin Marion Lagoda ist begeistert von der Poesie der Gräser. Sie schildert, wie sich deren Rolle in der Gartengestaltung seit den Zeiten des „Gräserpioniers“ Karl Foerster bis in unsere Gegenwart entwickelt hat, und stellt die praxisbezogenen Aspekte von Gräsergärten vor. Dabei wird deutlich, dass man Gräser fast in jede Gartensituation einbeziehen kann und sie keineswegs nur auf großen Grundstücken gut zur Geltung kommen. Kongenial ergänzt werden ihre Betrachtungen durch das Interview, das Alexandra Braun mit Peter Berg geführt hat. Sie spricht mit dem Designer von Hang- und Felsengärten über die Bedeutung von Gräsern in seinen Gestaltungen.

Neben diesen beiden Beiträgen stellen wir Ihnen auch in diesem Heft wieder ganz außergewöhnliche Gärten vor: den Garten von Roland Doschka, den der Romanist und Kunstkurator aus Begeisterung für das Licht und die Kunst des europäischen Südens, vor allem Frankreichs, konzipierte. Unterschiedliche Gartenbereiche spiegeln verschiedene Stilrichtungen – ein Garten als Kunst, eingebettet in die Landschaft der Schwäbischen Alb. Ganz anders der Londoner Stadtgarten von Tom Stuart-Smith: Gestaltungsideen auf engem Raum, ein urban jungle, geschickt realisiert auf mehreren Ebenen.

Lassen Sie sich einmal mehr entführen in inspirierende Garten- und andere Welten, und genießen sie mit uns den entspannten Übergang in den Herbst!