Ausgabe 5/2017

AUSZUG AUS DEM INHALT:

KIESGARTEN – CLEVERES GÄRTNERN AUF KARGEM BODEN

TITELTHEMA
ARTENREICH UND ÖKOLOGISCH SINNVOLL ZU JEDER JAHRESZEIT
Der Boden ist extrem sandig oder besteht mehr aus Kies und Stein, denn aus Erde. Bäume und höhere Gehölze, die Schatten und Kühle spenden könnten und mit ihrem Laubabwurf die Organik des Bodens regelmäßig bereichern würden, fehlen. Die wenigen Nährstoffe, die ein solcher Boden halten kann, werden zudem vom Regen schnell ausgewaschen. Und zu trocken ist es hier auf Grund der geringen Wasserspeicherfähigkeit des Substrates oftmals bereits ab dem Frühjahr … Wer einen solchen Gartenboden besitzt, könnte verzweifeln – muss es aber nicht.

PFLEGE, ERHALT UND ENTWICKLUNG
Brillante Gartengestaltungen, atemberaubende Landschaftsarchitektur oder bahnbrechend innovative Konzeptionen für privates und öffentliches Grün können langfristig nur gut bleiben, wenn die Pflege stimmt. Doch Vorsicht – hier ist Feingefühl gefragt. Pflanzenverständnis, Liebe zum Detail und eine große Identifikation mit dem Gesamtkonzept sind Grundvoraussetzungen, wenn sowohl private (und selbst Hand anlegende) Gartenbesitzer als auch professionelle Pflegefirmen der Aufgabe der Erhaltung und Weiterentwicklung einer großen Gartenidee gewachsen sein sollen. Das gilt selbstverständlich auch für jeden Kiesgarten.

RATGEBER
TIPPS FÜR DEN WINTERFESTEN GARTEN
Das Laub färbt sich gelb und rot, die Tage werden kürzer, die Temperaturen ungemütlicher – Zeit, den Garten winterfest zu machen, damit er gut durch die kalte Jahreszeit kommt.

HANGGARTEN
HARD ROCK SYMPHONY – EIN FELSENGARTEN IN HANGLAGE
Ein Garten im rheinischen Bad Neuenahr, in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich: „Kein Rasen, keine Beete“, war der ausdrückliche Wunsch von Besitzerin Birgid Fischer. Stattdessen mächtige Wellen wogender Gräser, besondere Gehölze und ausgesuchte Stauden. Alles eingefügt in eine imposante Landschaft massiver Steine, ein felsiger Hanggarten der besonderen Art.

PORTRÄT
JAMES BASSON – DIE LANDSCHAFT ALS LEHRMEISTER
„Lessons from the Landscape“ – „Lektionen der Landschaft“: Das ist das naturgegebene Fundament der Arbeit von James Basson. Die Landschaft machte ihn mehr „aus Zufall“ zum erfolgreichen Landschaftsarchitekten, Storyteller und rebellischen Gewinner der größten Gartenshows der Welt. Was die Landschaft lehrt, ist die unerschöpfliche Quelle seines Blicks auf den Garten und die Matrix für zukünftige Planer.

ON TOUR
DIE (FAST) VERLORENEN GÄRTEN: LOST GARDENS OF HELIGAN IN CORNWALL
Die „Lost Gardens of Heligan“ gehören zu den meistbesuchten Gärten Englands. Die Anlage an der Südküste Cornwalls nahe dem Fischerdorf Mevagissey entspricht auf den ersten Blick dem touristischen Bild eines verwunschenen englischen Gartens voller Rosen und Rhododendren. Doch ohne die Geschichte seiner Wiederentdeckung würde Heligan wohl kaum die Magie verströmen, die Besucher hier suchen – und noch immer finden.

BOUTIQUE
Ideen für drinnen und draußen

RATGEBER
Winterruhe – Den Garten winterfest machen

KOMMENTAR
Feng Shui – Am Anfang war die Aussprache

GARTENREPORTAGE
Beete mit Wow-Faktor – Ferdinandushof 

KURIOSES
Andächtig

KALEIDOSKOP
Des Herrn Fröhlichs rostige Viecher 

GARTENREPORTAGE
Doppelstrategie – Ein Show- und Familiengarten

GARTENFOTOGRAFIE
Jürgen Becker im Gespräch mit Gary Rogers

LOUNGE
IGA-Impressionen

SERVICE
Bücher rund um Gärten

GARTENKOLUMNE
Klitzekleine Kieskunde

EDITORIAL

Spaziert man durch bundesdeutsche Neubaugebiete, so glaubt man, es gebe für die Vorgartengestaltung kaum noch andere Konzepte als den Kiesgarten. Schon der Begriff „Konzept“ scheint für die Art und Weise, wie mancherorts jedes freie Stück Fläche mit Steinen zugeschüttet wird, deutlich zu anspruchsvoll. Der Wunsch, sich so wenig Arbeit wie möglich zu machen, steht häufig derart im Vordergrund, dass von einem Garten im eigentlichen Sinne kaum noch die Rede sein kann. Charme, Fantasie und die kreative Spannung von Blüten, Grün und Steinen bleiben dabei auf der Strecke. Echten Kies sieht man hier übrigens nur selten – meist ist es Schotter, der in Gleisbetten besser aufgehoben wäre. Dabei war es doch einmal ganz anders gedacht.

Der Zen-Garten, diese Sonderform des japanischen Gartens, war – und ist – ein Kiesgarten, der der inneren Einkehr dient. Neben exakt geharkten Wegen, deren Gestaltung ein meditativer Akt ist, spielen hier Moos, aparte Bodendecker und sorgfältig ausgewählte Solitärsteine eine große Rolle. Alles ist fein aufeinander abgestimmt, kein Element bleibt dem Zufall überlassen.

Das große europäische Pendant, Beth Chattos Kiesgarten in Essex, zeigt überwältigend schön, wie man diese Idee mit der Freude an Farben und Pflanzengestaltung verbindet. Chattos Garten entstand, weil sie auf kargem Boden das Beste hervorbringen wollte. Sie machte aus der Not eine Tugend, die dem Kiesgarten zu Weltruhm verhalf.

In den Reportagen der aktuellen Ausgabe möchten wir Ihnen den ursprünglichen Reiz und Sinn von Kiesgärten wieder nahebringen. Peter Janke, der für Beth Chatto gearbeitet hat, dokumentiert in seinem Titelbeitrag anhand zahlreicher Fotos aus seinem wundervollen Privatgarten in Hilden bei Düsseldorf die Voraussetzungen und Möglichkeiten eines gelungenen Kiesgartens und gibt Ihnen zahlreiche Praxistipps zur Umsetzung.

Weil jetzt die Herbst- und Wintersaison für alle Gärten beginnt, finden Sie darüber hinaus in diesem Heft einen Ratgeber zum winterfesten Garten.

Und sollten Sie die Schotter-Tristesse deutscher Vorgärten hinter sich lassen wollen, kommen Sie doch einfach mit auf unsere Reise in die Lost Gardens of Heligan, ein geheimnisvolles Gartenreich in Südengland