TRAUMINSEL MIT GARTEN

HIDEAWAY IN DEN MALEDIVEN

TEXT: ULLA JACOBS | FOTO (Header): ULLA JACOBS

Auszug aus:

GARTENDESIGN INSPIRATION
Das Magazin für Gartengestaltung und Gartengenuss
Ausgabe 2|2020
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Türkisfarbenes Wasser umspült die Hotelinsel Vakkaru in den Malediven. Die luxuriöse Anlage gehört zu den schönsten des Landes und lockt mit Overwater-Villen, weißen Puderzuckerstränden und viel Privatsphäre. Ein besonderes Highlight verbirgt sich im Dickicht der Kokospalmen. Der hauseigene Garten versorgt das Hotel mit Köstlichkeiten und Gewürzen. Ein engagiertes Gärtnerteam mit viel Liebe zum Detail macht es möglich.

Schon der Flug mit dem Wasserflugzeug von Male, der Hauptstadt der Malediven, Richtung Vakkaru entführt in eine blau-weiße Welt der Träume. Die Hotelinsel ist Teil des Baa Atolls, eines UNESCO Biosphärenreservats, und hebt sich mit ihren leuchtenden Stränden und der dunkelgrünen Vegetation deutlich vom Blau des Indischen Ozeans ab. Wie ein Juwel glitzert die Insel verheißungsvoll in der Sonne. Nur 30 Minuten dauert der Flug, dann stehen die Besucher auf dem Landungssteg und werden vom Insel-Team freundlich begrüßt. Mit der Eröffnung des Fünf-Sterne-Hideaways Vakkaru Maledives wurde eine Residenz mit einem umweltfreundlichen Schwerpunkt geschaffen.

NATUR UND HOTEL IN PERFEKTEM EINKLANG

Das Baa Atoll gehört zu den besonders schützenswerten Naturschönheiten. Damit die vorhandene Flora und Fauna möglichst unberührt bleiben kann, fügen sich die Unterkünfte naturnah in die Kulisse ein und lassen genug Raum für die Wildnis. So kann es passieren, dass man sich als Neuankömmling auf einer Insel, die nur 1,6 Quadratkilometer groß ist, verläuft oder verfährt. Jeder Besucher bekommt zu Beginn seines Aufenthalts ein Fahrrad zur Verfügung gestellt, mit dem er die schmalen Inselpfade erkunden kann. Auf der üppig bewachsenen tropischen Insel befinden sich 1.400 Kokosnussbäume, die von einer ehemaligen Plantage stammen. Sie sind Teil einer ursprünglichen, dichten Fauna, die im Laufe der Zeit zu einem undurchsichtigen Dickicht zusammengewachsen ist. Die einzelnen Villen, die Lobby und die freistehenden Restaurants und Bars blitzen unterwegs wie kleine Ruheoasen zwischen der Vegetation auf.
Insgesamt verfügt Vakkaru über 125 Unterkünfte, die meisten davon sind Over-Water-Villen, die wie Perlen an einer Schnur an Holzstegen mit Stelzen direkt über dem Wasser stehen. Das Interieur ist modern und klassisch und verbindet maledivische mit rustikalen und skandinavischen Elementen. Cremetöne, helles Holz, Naturmaterialien und lokale Design-Highlights lassen die Räume zurückhaltend und elegant wirken. Im Mittelpunkt steht immer der Blick auf den Ozean und den Sonnenuntergang.

VIELFALT DER UNTERWASSERWELT

Die Over-Water-Villen haben einen privaten Einstieg ins Meer von der Terrasse aus und laden zu Schnorchelausflügen zu einem der drei „Blue Holes“ ein. Das sind hellblaue Öffnungen im Dach des Riffs, in dem die farbenfrohe und lebendige Unterwasserwelt am besten zu beobachten ist.
Die kleine „Spiegelei-Insel“ ist von einem Hausriff umgeben, das über eine aufsehenerregende Fischvielfalt verfügt. Zu den kunterbunten Riffbewohnern gehören Anemonenfische, Leoparden-Drücker und Orient-Süßlippen, aber auch Wasserschildkröten, die sich von niemadem aus der Ruhe bringen lassen, während sie im Schneckentempo die Algenwiesen des Riffs abgrasen. Täglich werden Tauch- und Schnorchelausflüge mit Hotelbooten und Guides angeboten, um auch große Riffhaie, Thunfische und Bonitos zu beobachten.

KULINARIK MIT EIGENEM BIO-GEMÜSE

Auf Vakkaru gibt es vier verschiedene Restaurants mit unterschiedlichem Konzept und Design. Das „Onu“ hat sich auf südostasiatische Gerichte mit einer Show-Küche spezialisiert. Hier wird thailändisch, indisch, indonesisch und vietnamesisch gekocht. Innen ist alles aus Bambus gefertigt, auf Barhockern kann man den Köchen bei ihrer Arbeit zuschauen. Das großzügige und luftige Restaurant „Isoletta“ bietet italienische Spezialitäten und hat die vielleicht schönste Terrasse der Insel. Im eleganten Restaurant Vakku gibt es die besten Grill- und Fischgerichte, und die Tische und Stühle des Frühstückslokals „Amaany“ stehen ganz romantisch unter Palmen am Strand. Besonders spektakulär ist auch die „Lagoon Bar“, die nur über einen Steg zu erreichen ist. Wie ein Schiff schwebt sie über dem Wasser und bietet eine Aussichtsplattform mit Blick auf die Wellen, sowie schickes Mobiliar im asiatischen Stil. Zu den Cocktails reicht man scharfe, japanische Häppchen.

NUTZGARTEN IN TROPISCHER VEGETATION

Auf allen Speisekarten werden die frischen Kräuter und das Gemüse besonders hervorgehoben. Die Vakkaru-Betreiber sind stolz auf ihren Biogarten, der sich auf der Mitte der kleinen Insel befindet und als Zulieferer für die Restaurants eine wichtige Rolle spielt. Nachdem es zuerst so aussah, als könnte man der tropischen Vegetation keinen Nutzgarten abtrotzen, hat ein Team aus sechs Gärtnern das Wunder geschafft und eine rund 400 Quadratmeter große Fläche angelegt. Wer mit dem Fahrrad die Insel erkundet, kann den Garten schnell übersehen. Der Eingang versteckt sich hinter dichter Vegetation, durch die ein schmaler Pfad führt. Zwei Kokospalmen begrüßen den Gast und lenken den Blick auf sorgsam angelegte Beete, Stauden und Büsche. Der „organic garden“ ist Arbeits- und Ruhefläche in einem, bewirtschaftet von fleißigen Händen, die gießen, zupfen und ernten. Hier beginnt die kulinarische Reise durch die hauseigenen Restaurants. Wer möchte, kann sich als Gast den Garten erklären lassen, selbst ernten oder das ein oder andere Gewürzkraut vor Ort probieren.

ÜBERRASCHENDE GEWÜRZE

Der erfahrene Chefkoch Prasong Thaochan nimmt sich gerne die Zeit, um interessierten Gästen die Kräuter des Gartens zu erklären. Für ihn ist jeder Halm, jedes Blatt ein kulinarisches Highlight, das seine Gerichte veredelt. Wer an einem Pandan-Blatt schnuppert, das nach Vanille und Nuss riecht und für südostasiatische Currys verwendet wird, versteht die Begeisterung. Auch die Basilikum-Sorten überraschen mit ihren süßen und scharfen Varianten, und die Radieschen schmecken salziger und bitterer als zu Hause. Die Hibiskusblüten werden für die Cocktails an den Bars extra getrocknet und gekocht, damit sie strahlend rot leuchten und lange halten. Besonders beliebt ist das Beet mit dem Zitronengras. Die schmalen, grünen Halme werden für fast jedes asiatische Gericht benutzt und finden Verwendung in Suppen und Currys. Außerdem hält das Gras die Moskitos von den Gärtnern fern. Die stark aromatischen, birnenförmigen Kaffernlimetten sind eine wichtige Beilage für Fleisch- und Fischgerichte und gedeihen auf der Insel so gut, dass sie nur wenig Aufmerksamkeit benötigen. Mit den Auberginen war es nicht so einfach am Anfang, erzählt Chefkoch Prasong Thaochan. Doch nachdem die Gärtner die richtige Erdmischung gefunden haben, gibt es jetzt sogar weiße, grüne und gelbe Sorten. Auch die schmalen Okraschoten fremdelten mit der Gartenerde, konnten aber dank sensibler Tests mit unterschiedlichem organischen Dünger sehr gut angepflanzt und geerntet werden.

EINE PALME ZUR HOCHZEIT

Mittendrin stehen junge Kokosnusspalmen in Töpfen, die für Brautpaare reserviert sind. Wer auf der Trauminsel seine Hochzeit feiert, darf eine Palme auf der Insel einpflanzen. Für die Gäste wird anschließend frisches, gekühltes Kokoswasser gereicht. Die wichtigste Pflanze des Gartens ist vielleicht der Koriander. In der authentischen asiatischen Küche werden die grünen Pflanzenteile des Korianders verwendet, die nach Zitrone und Moschus riechen. Prasong Thaochan erzählt, dass er sich allein von dem Geruch zu neuen Gerichten inspirieren lässt. Wer sich also etwas ganz Besonderes gönnen möchte, bucht einen asiatisch inspirierten Kochkurs bei ihm. In der Showküche des Restaurants „Onu“ zaubert man eigenhändig aus Chinakohl, Tarogemüse, frischem Fisch, Zitronengras, Knoblauch, Koriander und scharfer Soße ein unvergessliches Abendessen und genießt dabei den Sonnenuntergang à la Vakkaru mit Blick auf den Ozean. Vakivani heißt es in der Landessprache Dhivehi – bis zum nächsten Mal!

 

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